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Helfen Multivitamine dabei, gesund zu altern?

Moderate Evidenz

Tägliche Multivitamine scheinen das Gedächtnis älterer Erwachsener etwas zu schützen, doch für die meisten anderen Aspekte des gesunden Alterns ist der Effekt gering oder nicht vorhanden. Bei einem nachgewiesenen Vitamin- oder Mineralstoffmangel ist eine Supplementierung sinnvoll; als Allheilmittel taugt ein Multivitaminpräparat nicht.

Tägliche Multivitamine halten das Gedächtnis älterer Erwachsener wahrscheinlich etwas besser in Form, doch für die meisten anderen Aspekte des gesunden Alterns ist der Effekt gering oder nicht belegt. Die stärkste Evidenz kommt aus der Gedächtnisforschung: In einer Studie mit über 3.500 älteren Erwachsenen schnitten Menschen, die drei Jahre lang täglich ein Multivitaminpräparat einnahmen, beim episodischen Gedächtnis – also dem Erinnern konkreter Erlebnisse – besser ab als die Placebogruppe. Der Effekt zeigte sich bereits nach einem Jahr und entsprach in seiner Größenordnung etwa drei Jahren weniger Gedächtnisabbau. Eine Zusammenfassung von drei verwandten Studien bestätigte diesen Befund. Auswirkungen auf andere kognitive Funktionen wie Objekterkennung oder Planung ließen sich nicht nachweisen.

Wer ein Multivitaminpräparat fürs Gedächtnis ausprobieren möchte, greift am besten zu einem gängigen Kombipräparat, das auch Mineralstoffe enthält. Eine Tablette täglich, mindestens ein bis drei Jahre lang. Ob die Marke eine Rolle spielt, ist nicht untersucht.

Bei der Immunabwehr gilt: Wer einen Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen hat, kann seine Abwehrkräfte durch Auffüllen auf empfohlene Werte verbessern. Ob ein Multivitaminpräparat auch ohne Mangel hilft, ist bisher nur durch ein einziges Review untersucht worden, das zudem von Mitarbeitenden eines Multivitaminherstellers verfasst wurde und keine eigenen Studiendaten enthält. Ohne nachgewiesenen Mangel lohnt sich ein Multivitaminpräparat für die Immunabwehr nicht.

Für den Muskelerhalt im Alter fehlt jede Evidenz, dass ein gängiges Multivitaminpräparat wirkt; dieser Bereich ist schlicht zu wenig erforscht, um eine Aussage zu treffen. Vitamin D kann bei älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel die Zahl der Sturzereignisse senken, schützt aber nachweislich nicht davor, überhaupt zu stürzen. Ob das auch für selbstständig lebende Ältere mit normalem Spiegel gilt, zeigen die vorliegenden Daten nicht.

Die Belege
4 Studien · 1 Meta-Analyse · 1 randomisierte Studie · ≈ 11.624 Teilnehmer

Die Aussagen stützen sich auf PMID 37244291 (COSMOS-Web RCT und Metaanalyse), PMID 30336639 (Review zur Immunfunktion, finanziert von Bayer) und PMID 40832852 (Cochrane-Review zur Sturzprävention). Interessenkonflikte sind bei den relevanten Studien ausdrücklich benannt. Die kognitiven Studien stammen alle aus einem einzigen Forschungsprogramm (COSMOS) derselben Arbeitsgruppe.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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Moderate Evidenz
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Hält nicht stand“Jeder sollte ein methyliertes Multivitamin einnehmen”
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