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Warum brechen Knochen im Alter leichter?

Knochen werden mit zunehmendem Alter sowohl dünner als auch brüchiger, bedingt durch ein Zusammenspiel aus hormonellen Veränderungen, verschlechterter Knochenstruktur und weniger Bewegung. Wer die beteiligten Faktoren kennt, kann gezielt ansetzen: Regelmäßige Bewegung und eine kalziumreiche Ernährung sind die konkretesten Stellschrauben, die du selbst in der Hand hast.

Trabekulärer Knochen, der schwammartige Innenteil der Knochen, beginnt bereits um das dreißigste Lebensjahr abzunehmen, lange bevor Hormone eine Rolle spielen. Frauen verlieren zwischen dem vierzigsten und achtzigsten Lebensjahr rund 42 % des Schwammknochens in der Wirbelsäule und 29 % desjenigen im Beckenkamm. Der harte Außenmantel, der kortikale Knochen, folgt später: Er schwindet spürbar ab dem fünfzigsten bis sechzigsten Lebensjahr, und Frauen büßen in diesem Zeitraum etwa 31 % dieses Außenmantels im Oberarm ein.

Den stärksten Schub erhält der Knochenschwund durch den Abfall der Geschlechtshormone. Bei Frauen nach den Wechseljahren beschleunigt sich der Knochenabbau deutlich, weil Östrogen die knochenabbauenden Zellen normalerweise in Schach hält. Bei älteren Männern läuft ein vergleichbarer, aber langsamerer Prozess ab, angetrieben durch sinkende Testosteronspiegel.

Nicht nur die Knochenmenge zählt, auch die Qualität verändert sich. Das Kollagengeflecht des Knochens bildet mit den Jahren starrere Querverbindungen, wodurch der Knochen weniger nachgibt und bei einem Aufprall schneller bricht. Gleichzeitig werden die inneren Stützbalken dünner und die äußere Knochenrinde poröser. Kleine Risse, die der Knochen normalerweise selbst repariert, häufen sich an, weil dieser Reparaturprozess im Alter langsamer abläuft.

Zwei weitere Faktoren treiben den Abbau voran. Mit zunehmendem Alter sinkt die Produktion von aktivem Vitamin D, sodass der Darm weniger Kalzium aufnimmt. Der Körper gleicht das durch eine erhöhte Ausschüttung von Parathormon aus, einem Hormon, das den Knochenabbau zusätzlich ankurbelt. Dazu bewegen sich ältere Menschen im Schnitt weniger, obwohl Knochen mechanische Belastung als Reiz für den Aufbau braucht.

Das Frakturrisiko geht letztlich auf mehrere Mechanismen gleichzeitig zurück. Brüchigerer, poröserer Knochen zusammen mit Muskelschwund und nachlassendem Gleichgewicht sorgt dafür, dass ein einfacher Sturz im höheren Alter weitaus häufiger in einem Knochenbruch endet als in jungen Jahren.

Die Belege
7 Studien

Alle Aussagen stützen sich auf Übersichtsarbeiten; randomisierte Studien oder Metaanalysen sind in der Quellenliste nicht enthalten. Richtung und Ausmaß des Knochenschwunds werden in mehreren Reviews übereinstimmend beschrieben, was das Gesamtbild verlässlich macht, auch wenn die genauen Prozentwerte aus beschreibender Forschung stammen.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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