Was sagt ein DEXA-Scan, was eine normale Knochendichtemessung nicht sagt?
Ein DEXA-Scan liefert einen präzisen Messwert zur Knochendichte an den klinisch wichtigsten Stellen, dazu Informationen zur Körperzusammensetzung und eine standardisierte Diagnose, was eine normale Röntgenaufnahme alles nicht leisten kann.
Eine normale Röntgenaufnahme zeigt, wie Knochen aussehen, liefert aber keine Zahl darüber, wie dicht und fest sie sind. Knochenschwund ist darauf erst sichtbar, wenn bereits rund 30 % der Knochenmasse verloren gegangen sind. DEXA misst die Knochenmineraldichte quantitativ an den klinisch relevantesten Stellen: Wirbelsäule, Hüfte und bei Bedarf am gesamten Körper. So erkennt es Knochenschwund in einem frühen Stadium, lange bevor eine normale Aufnahme irgendetwas zeigt.
Die WHO setzt einen T-Score von -2,5 oder niedriger im DEXA-Scan als offizielle Grenze für die Diagnose Osteoporose an. Dieser T-Score vergleicht deine Knochendichte mit der gesunder junger Erwachsener. Eine normale Röntgenaufnahme liefert keinen T-Score, was eine standardisierte Diagnose und fundierte Therapieentscheidungen unmöglich macht. Von 52 nationalen Leitlinien aus 36 Ländern bezog mehr als die Hälfte eine Frakturrisiko-Berechnung ein, die auf DEXA-Daten basiert.
Ältere Methoden konnten die Knochendichte nur am Handgelenk oder an der Ferse messen, also an den peripheren Bereichen des Skeletts. DEXA kann die Wirbelsäule von vorn und seitlich, die Hüfte und den gesamten Körper darstellen und bietet dabei bessere Präzision, stabile Kalibrierung, eine niedrige Strahlendosis sowie größere Referenzdatenbanken. Darüber hinaus misst DEXA auch die Körperzusammensetzung: wie viel Fett- und wie viel Muskelmasse du hast, und ob Wirbelkörperfrakturen vorliegen.
DEXA hat allerdings klare Grenzen. Es liefert kein dreidimensionales Bild und sagt nichts über die feine innere Struktur des Knochengewebes, die sogenannte Mikroarchitektur. Dadurch kann das Frakturrisiko unterschätzt werden, besonders bei Menschen, deren Knochenstruktur bereits beeinträchtigt ist, während die Dichte noch akzeptabel wirkt. Neuere Verfahren wie die quantitative CT können diese Information liefern, gehören aber noch nicht zum klinischen Standard.
Bei Kindern und Jugendlichen gelten zusätzliche Einschränkungen: Das wachsende Skelett erschwert die Interpretation, und eine Osteoporose-Diagnose wird bei ihnen niemals ausschließlich auf Basis der DEXA-Messung gestellt.
Basiert auf mehreren diagnostischen Reviews und Leitlinienanalysen (PMID 21440697, 28734709, 11537603, 10986616, 30177358, 30086870). Keine randomisierten kontrollierten Studien; es handelt sich um diagnostische Evaluation und Methodenvergleich.