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Welche Krebsvorsorgeuntersuchungen sind ab welchem Alter sinnvoll?

Moderate Evidenz

Darmkrebsvorsorge ab 50 Jahren und Mammografie ab 40 Jahren haben für durchschnittlich risikobehaftete Personen die beste Evidenzbasis; Lungenkrebsscreening ist nur bei intensiver Rauchgeschichte relevant. Alle anderen Screenings sind ausschließlich bei spezifischen Risikofaktoren oder erblichen Erkrankungen sinnvoll.

Die Darmkrebsvorsorge hat von allen Krebsscreenings die stärkste Datenbasis. Zwischen 50 und 75 Jahren ist der Nutzen substanziell und mit hoher Sicherheit belegt. Zwischen 45 und 49 Jahren besteht immer noch ein mäßiger Vorteil. Ab 75 Jahren hängt die Entscheidung von deiner individuellen Gesundheit und Lebenserwartung ab. Zur Wahl stehen ein jährlicher Stuhltest oder eine Darmspiegelung in größeren Abständen; besprich deine Präferenz am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung wird Frauen zwischen 40 und 74 Jahren empfohlen. Der Zweijahresrhythmus gilt als Standard; bei erhöhtem Risiko kann eine jährliche Untersuchung oder ein MRT besser geeignet sein, manchmal auch bereits in jüngerem Alter. Der Nutzen ist mäßig und findet sich recht einheitlich in internationalen Leitlinien. Für Frauen ab 75 Jahren reicht die Datenlage nicht aus, um eine klare Empfehlung auszusprechen.

Lungenkrebsscreening mit Niedrigdosis-CT ist sinnvoll, aber nur für eine klar definierte Gruppe: Raucherinnen und Raucher sowie Ex-Rauchende, die innerhalb der letzten fünfzehn Jahre aufgehört haben, ab 50 Jahren mit mindestens zwanzig Packungsjahren Rauchgeschichte. Zwanzig Packungsjahre bedeuten zum Beispiel zwanzig Jahre lang eine Schachtel pro Tag oder zehn Jahre lang zwei Schachteln pro Tag. Für Menschen ohne intensive Rauchhistorie gibt es keinen Grund für dieses Screening.

Analkrebs-Screening richtet sich an spezifische Hochrisikogruppen. Männer, die Sex mit Männern haben, und Transfrauen mit HIV beginnen ab 35 Jahren. Andere Menschen mit HIV sowie Männer, die Sex mit Männern haben, und Transfrauen ohne HIV starten ab 45 Jahren. Organtransplantierte beginnen zehn Jahre nach der Transplantation. Dieses Screening ist nicht für die Allgemeinbevölkerung gedacht.

Bauchspeicheldrüsenkrebs-Screening ist nur dann sinnvoll, wenn du eine ausgeprägte Familiengeschichte oder eine erbliche Erkrankung hast, die das Risiko erhöht, etwa das Peutz-Jeghers-Syndrom oder eine erblich bedingte Bauchspeicheldrüsenentzündung. In diesem Fall werden jährliche Kontrolluntersuchungen empfohlen, beginnend ab 50 Jahren oder zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten betroffenen Familienmitglieds. Bei bestimmten genetischen Syndromen bereits ab 35 bis 40 Jahren. Für die übrige Bevölkerung gibt es keine Empfehlung.

Screening auf Gebärmutterkrebs bei beschwerdefreien Frauen hat keinen belegten Nutzen. Frauen über 65 Jahren wird empfohlen, auf Symptome wie Blutungen nach den Wechseljahren zu achten und in diesem Fall zeitnah ärztlichen Rat zu suchen.

Die Belege
8 Studien · 2 systematische Reviews

Die Aussagen basieren auf den USPSTF-Empfehlungen, einer Auswertung von 23 internationalen Leitlinien sowie spezifischen Leitlinien der International Anal Neoplasia Society und gastroenterologischer Fachgesellschaften. Die Evidenzstärke variiert je nach Screening-Art: stark für Darmkrebs, mäßig für Brust- und Lungenkrebs, begrenzt für Bauchspeicheldrüsen- und Analkrebs bei Risikogruppen, unzureichend für Gebärmutterkrebs bei asymptomatischen Frauen.

Zuletzt geprüft: November 2026 · wie das beurteilt wurde
Verwandte Antworten

Warum steigt das Krebsrisiko mit dem Alter?

Krebs tritt im höheren Alter häufiger auf, weil sich DNA-Schäden ansammeln, das Immunsystem nachlässt und ruhende beschädigte Zellen ihr Umfeld ungünstig beeinflussen können. Vollständig verhindern lässt sich das nicht, aber Risikofaktoren zu reduzieren und Früherkennungsprogramme zu nutzen hilft dabei, Krebs rechtzeitig zu entdecken.

Hilft Darmkrebsvorsorge wirklich – stirbt man seltener daran?

Für Menschen zwischen 45 und 75 Jahren mit durchschnittlichem Risiko ist Darmkrebsvorsorge sinnvoll und breit empfohlen. Sie senkt das Risiko für Darmkrebs nachweislich, auch wenn der Beleg für eine Sterblichkeitssenkung kurzfristig weniger klar ist als früher angenommen.

Ja · Starke Evidenz

Welche neuen Ansätze gibt es zur Früherkennung von Krebs?

Bluttests zur Krebsfrüherkennung zeigen vielversprechende Ergebnisse und schließen Krebs in vielen Fällen zuverlässig aus. In frühen Krankheitsstadien wird jedoch noch ein erheblicher Teil der Fälle übersehen, und das ist der entscheidende Vorbehalt, den man im Hinterkopf behalten sollte.

Moderate Evidenz

Solltest du dich auf erblichen Brustkrebs testen lassen?

Brustkrebs kann erblich sein. Wenn du mehrere Fälle in deiner Familie erkennst, ist es sinnvoll, das mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer genetischen Beratungsstelle zu besprechen, um gemeinsam zu entscheiden, ob eine Testung für dich infrage kommt.

Ja · Starke Evidenz

Lohnt sich die Mammografie-Vorsorge?

Die Teilnahme am Mammografie-Screening kann einen kleinen Vorteil bringen, aber die Wahrscheinlichkeit einer unnötigen Behandlung oder eines falsch-positiven Befunds ist real. Überlege, was für dich schwerer wiegt, und sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, wenn du unsicher bist.

Moderate Evidenz

Macht ein Ganzkörper-MRT als Vorsorgeuntersuchung Sinn?

Für Menschen ohne erhöhtes Krebsrisiko ist ein Ganzkörper-MRT derzeit nicht empfohlen: Ein Beleg dafür, dass die Untersuchung Leben rettet, fehlt, und das Risiko unnötiger Folgeuntersuchungen ist real. Wer ein stark erhöhtes erbliches Risiko hat, sollte mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen, ob das MRT individuell sinnvoll ist.

Vorläufige Evidenz
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