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Wie lässt sich Melanom früh erkennen?

Ja · Moderate Evidenz

Melanome lassen sich am besten früh erkennen, wenn du deine Haut regelmäßig selbst checkst, die ABCDE-Merkmale kennst und bei Unsicherheit einen Dermatologen aufsuchst, besonders wenn du einen hellen Hauttyp hast oder Melanom in der Familie vorkommt.

Die ABCDE-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Color/Farbe, Durchmesser, Entwicklung) ist das bekannteste Hilfsmittel. Je mehr dieser Merkmale ein Muttermal aufweist, desto eher fällt es auf: Bei fünf Merkmalen entdeckten 32 % der Nicht-Dermatologen eine verdächtige Stelle, bei keinem einzigen Merkmal waren es nur 8 %. Die Regel hat jedoch einen blinden Fleck: Frühe Melanome in situ, also Melanome im allerersten Stadium, zeigen gerade besonders wenige dieser Merkmale. Für eine echte Früherkennung reicht die ABCDE-Regel allein deshalb nicht aus.

Die eigene Haut regelmäßig zu kontrollieren, oder das von einer Vertrauensperson machen zu lassen, ist sinnvoll. Viele Melanome werden zuerst zu Hause entdeckt. Die verfügbaren Studien belegen zwar nicht, dass Selbstuntersuchung die Sterblichkeit senkt, doch es gibt klare Hinweise, dass sie eine frühe Entdeckung begünstigt.

Gezielte Vorsorgeuntersuchungen bringen den größten Nutzen für Menschen mit dem höchsten Risiko: ältere Männer mit hellem Hauttyp, Personen, die bereits ein Melanom hatten, oder Menschen mit Melanom in der engen Familie. Ein breites Bevölkerungsscreening führt dagegen wahrscheinlich zu unnötigen Biopsien gutartiger Stellen und hohen Kosten ohne entsprechenden Nutzen. Der US-amerikanische Präventionsrat empfiehlt deshalb ausdrücklich kein routinemäßiges Hautkrebsscreening für die Allgemeinbevölkerung.

Ein Dermatologe kann seine Beurteilung durch Dermatoskopie verbessern, bei der ein optisches Vergrößerungsgerät tiefere Hautschichten sichtbar macht. KI zeigt vielversprechende Ergebnisse, hat die Expertise erfahrener Dermatologen bislang aber nicht übertroffen und gilt derzeit als unterstützendes Werkzeug.

UV-Strahlung ist der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für Melanom. Sonneneinstrahlung trägt nachweislich zu seiner Entstehung bei. Sonnenschutz ist daher das Konkreteste, was du selbst tun kannst, um dein Risiko zu senken. Der Zusammenhang zwischen Sonnencreme und Melanom ist in der Literatur nicht einheitlich, möglicherweise weil Menschen, die Creme verwenden, insgesamt mehr Stunden in der Sonne verbringen.

Die Belege
7 Studien

Die Befunde basieren auf Untersuchungen, bei denen keine Aussage über Ursache und Wirkung gemacht werden kann; keine einzige Studie kann belegen, ob Screening die Sterblichkeit tatsächlich senkt. Das uveale Melanom (Augenmelanom, ca. 5 % aller Melanome) wurde bewusst ausgeklammert, da sich die Frage auf Hautmelanome bezieht.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Moderate Evidenz
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