Woher weiß ich, ob meine Knochen stark genug sind (Osteoporose)?
Mit einem DXA-Scan und gegebenenfalls einer FRAX-Risikoberechnung kannst du bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt prüfen lassen, ob deine Knochen stark genug sind, besonders wenn du Risikofaktoren hast oder dir schon einmal bei einem leichten Sturz ein Knochen gebrochen ist.
Die zuverlässigste Methode, um die Stärke deiner Knochen zu beurteilen, ist eine Knochendichtemessung, auch DXA-Scan genannt. Das Ergebnis wird als T-Score angegeben. Ein Wert von -2,5 oder darunter bestätigt eine Osteoporose. Die DXA gilt als Goldstandard und bildet die Grundlage jeder Diagnose.
Hast du dir schon einmal durch eine geringe Krafteinwirkung einen Knochen gebrochen, zum Beispiel beim Sturz aus eigener Höhe? Dann kann Osteoporose auch ohne das Erreichen dieses Grenzwerts festgestellt werden. Ein solcher 'Niedrigenergie-Bruch' ist für sich allein bereits ein Warnsignal, selbst wenn dein T-Score noch nicht bei -2,5 liegt.
Neben dem Scan setzt die Ärztin oder der Arzt häufig eine FRAX-Score ein: eine Berechnung, die dein persönliches Risiko für einen Knochenbruch in den nächsten 10 Jahren abschätzt. Dabei fließen mehrere Faktoren ein, darunter Alter, Geschlecht, Körpergewicht und frühere Brüche. Bei hohem Risiko kann eine Behandlung bereits empfohlen werden, bevor der Grenzwert erreicht ist.
Osteoporose verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Oft ist ein plötzlicher, heftiger Rückenschmerz durch einen Wirbelkörpereinbruch das erste Zeichen, oder Schmerzen in der Leiste beziehungsweise im Oberschenkel infolge eines Hüftbruchs. Weil du es also selbst kaum merkst, ist aktives Screening sinnvoll. Nimmst du seit Längerem Prednison, trinkst du regelmäßig zu viel Alkohol oder hast du eine Schilddrüsen- oder Hormonerkrankung? Dann ist dein Risiko besonders erhöht, und das gilt auch für Männer: Osteoporose wird oft als Frauenkrankheit wahrgenommen, doch rund 40% aller osteoporotischen Brüche betreffen Männer, bei denen die Folgen im Schnitt sogar schwerwiegender sind.
Ein vollständiges Bild ergibt sich aus einer Kombination von Gespräch über Beschwerden und Risikofaktoren, körperlicher Untersuchung, Blutuntersuchung zum Ausschluss anderer Ursachen, DXA-Scan und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule. Hast du Fragen zu deiner Knochengesundheit, sprich sie am besten mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Alle Aussagen basieren auf diagnostischen Leitlinien und klinischen Studien (PMIDs 39448132, 34688418, 36382763, 9431639, 33017332, 21450337). Die DXA als Goldstandard sowie der T-Score-Grenzwert von -2,5 sind durch starke Evidenz belegt.