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Altert man schneller, wenn man chronische Schmerzen hat?

Chronische Schmerzen hängen mit messbaren Zeichen beschleunigten biologischen Alterns zusammen. Ob die Schmerzen die Ursache sind oder umgekehrt, ist noch nicht geklärt.

Chronische Schmerzen und beschleunigtes Altern hängen zusammen, aber ein einfaches Ja wäre zu kurz gegriffen. Eine Zusammenschau von vierzehn Studien zeigt, dass biologisches Altern deutlich mit der Schwere chronischer Rückenschmerzen korreliert. Ob die Schmerzen das Altern antreiben, das Altern die Schmerzen begünstigt oder beides gleichzeitig passiert, lässt sich aus diesen Studien nicht ableiten.

Bei Kniearthrose war das Knorpelgewebe der Betroffenen im Schnitt 3,7 Jahre „älter", als ihr kalendarisches Alter erwarten ließe. Das ist eine lokale Veränderung in einem einzelnen Gewebe, kein körperweiter Effekt. Menschen, die insgesamt schneller alterten, litten außerdem häufiger an Kniearthrose.

Auffällig: Bei Hüft- und Bauchschmerzen wiesen Studien eher auf weniger zelluläre Alterungszeichen hin, nicht auf mehr. Eine schlüssige Erklärung dafür gibt es bislang nicht. Bei Rückenschmerzen, Kopfschmerzen sowie Nacken- und Schulterschmerzen fand sich in dieser Hinsicht überhaupt kein Zusammenhang.

Ein Befund verdient besondere Aufmerksamkeit: Tramadol, ein weit verbreitetes Schmerzmittel, war mit Zeichen zellulärer Alterung verknüpft. Die Evidenz reicht noch nicht aus, um zu sagen, dass Tramadol tatsächlich Schaden anrichtet. Nimmst du Tramadol aber dauerhaft ein, lohnt sich ein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die Belege
3 Studien · 1 systematische review · ≈ 1.000 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf eine Übersichtsanalyse von vierzehn Studien zu epigenetischem Altern und Rückenschmerzen, auf genetisch gestützte Untersuchungen zur Telomerlänge bei acht Schmerzformen sowie auf eine große Langzeitstudie zu biologischem Alter und Kniearthrose. Die Autorinnen und Autoren der Übersichtsanalyse betonen selbst, dass es sich überwiegend um Zusammenhänge handelt und Ursache und Wirkung nicht bestimmt werden konnten. Die Befunde zu Tramadol und Telomeren sind statistisch unsicher, weil die Streubreite des Schätzwertes sehr groß ist, und wurden bislang nicht in weiteren Studien bestätigt. Die Evidenzlage ist damit vorläufig, aber nicht zu vernachlässigen.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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