Helfen Gojibeeren gegen das Altern?
Gojibeeren zeigen in Zell- und Tierversuchen interessante Eigenschaften. Beim Menschen ist der Einfluss auf das Altern bislang kaum untersucht.
Eine Studie am Menschen mit 50 Teilnehmern zwischen 55 und 72 Jahren zeigte, dass täglicher Gojisaft über 30 Tage die antioxidative Aktivität im Blut um 8 bis 10 Prozent steigerte und Zellschäden durch freie Radikale um rund 9 Prozent verringerte. Das ist statistisch messbar, aber gering.
In Zell- und Tierversuchen sind die Befunde umfangreicher: Ein Wirkstoff in Gojibeeren, ein sogenanntes Polysaccharid (eine Art komplex aufgebauter Zucker), dämpft Entzündungsbotenstoffe, verbessert die Funktion der zellulären Energiekraftwerke und bremst die Anhäufung geschädigter Zellen. Flavonoide aus Gojiblättern verlängern sogar die Lebensdauer von Fadenwürmern im Labor. Dazu gibt es bisher nur Daten aus Zellkulturen und Tiermodellen.
Ob Gojibeeren vor typischen Alterserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder Diabetes schützen, ist in Studien am Menschen nicht belegt. Groß angelegte, gut konzipierte Studien dazu fehlen. Hinzu kommt, dass die Zusammensetzung von Goji-Produkten je nach Herkunft und Verarbeitung stark schwankt, was den Vergleich zwischen Studien erschwert.
Gojibeeren gelten grundsätzlich als unbedenklich, doch es sind zwei Fälle dokumentiert, in denen Menschen, die den Blutgerinnungshemmer Warfarin einnahmen, Wechselwirkungen erlebten. Nimmst du Blutgerinnungshemmer, sprich kurz mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du Goji regelmäßig zu dir nimmst.
Die Evidenz stützt sich auf eine einzige kleine Studie am Menschen, ergänzt durch mehrere Übersichtsarbeiten, die fast ausschließlich Zell- und Tierversuche zusammenfassen. Die Forschenden selbst betonen, dass umfangreiche Studien am Menschen weitgehend fehlen und die Schwankungen in der Produktzusammensetzung Vergleiche zwischen Studien erschweren. Die Evidenzlage für Wirkungen beim Menschen ist damit begrenzt.