Sind Antioxidantien-Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?
Ob Antioxidantien-Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Präparat und Beschwerdebild ab: Curcumin und Vitamin C+E bei Endometriose haben die stärksten Hinweise, doch für einen allgemeinen Effekt gegen das Altern ist die Evidenz zu schwach, um Nahrungsergänzungsmittel breit zu empfehlen.
Antioxidantien-Nahrungsergänzungsmittel sind keine einheitliche Kategorie. Ob sie sinnvoll sind, hängt stark vom jeweiligen Präparat, dem Beschwerdebild und der Person ab. Einfach Antioxidantien zu schlucken hat keinen bewiesenen allgemeinen Gesundheitsnutzen.
Curcumin hat die meisten positiven Hinweise vorzuweisen. Fünfzehn klinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei kognitivem Abbau und Muskelschwund im Alter. Kombinierst du Curcumin mit Piperin, einem Wirkstoff aus schwarzem Pfeffer, der die Aufnahme deutlich steigert, gibt es außerdem günstige Signale für Blutzucker, Blutfettwerte und Entzündungsmarker bei Diabetes und Adipositas. Gut konzipierte Großstudien fehlen bislang, und die optimale Dosierung ist unbekannt.
Vitamin C und E gemeinsam scheinen bei Frauen mit Endometriose die Schmerzen merklich zu lindern. Chronische Beckenschmerzen, Regelschmerzen und Schmerzen beim Sex gingen in einer Auswertung von fünf randomisierten kontrollierten Studien signifikant zurück, wobei die Studiengruppen klein waren. Eine breitere Auswertung von Antioxidantien bei Endometriose zeigte allerdings, dass Studien mit der geringsten Fehlerquote keinen signifikanten Vorteil mehr nachweisen konnten. Die Befundlage ist damit gemischt.
CoQ10 ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, wird vom Körper aber schlecht aufgenommen, was die Wirkung einschränkt. Die Wirksamkeit bei chronischen Erkrankungen ist nicht solide belegt. Bei kognitiven Problemen und Demenz liefern manche Präparate positive Signale, andere kaum einen Effekt. Wechselwirkungen mit Medikamenten sind ein reales Thema, das man im Blick behalten sollte.
Knoblauchpräparate senken den Blutdruck moderat bei Menschen mit leicht erhöhten Werten. Sie sind kein Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente. Bei Haarausfall gibt es einige Hinweise, dass antioxidative Pflanzenstoffe bei Schäden durch Luftverschmutzung oder UV-Strahlung helfen könnten; der beteiligte Studienautor hatte jedoch finanzielle Verbindungen zu Nahrungsergänzungsmittelherstellern, was die Aussagekraft dieser Befunde einschränkt.
Basiert auf mehreren systematischen Reviews und Metaanalysen (u. a. zu Curcumin, Vitamin C+E bei Endometriose, CoQ10 und Kognition). Die Studie zu Haarausfall weist einen möglichen Interessenkonflikt auf. Effektgrößen sind für die meisten Nahrungsergänzungsmittel nicht eindeutig quantifiziert.