Hilft Metformin dabei, länger gesund zu leben?
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes gibt es gute Hinweise darauf, dass Metformin die Gesundheit im Alter schützt. Ob es auch gesunde Menschen länger fit hält, ist jedoch noch offen. Warte die Ergebnisse laufender Studien ab und nimm Metformin nicht auf eigene Faust als Mittel gegen das Altern ein.
Metformin ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Medikament bei Typ-2-Diabetes und verfügt über ein beeindruckendes Sicherheitsprofil. Bei Menschen mit Diabetes senkt es den Blutzucker, verbessert die Insulinsensitivität und schützt die Blutgefäße. Das schlägt sich in weniger vorzeitigen Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer niedrigeren Krebsrate nieder. Für diese Gruppe trägt Metformin damit zu mehr gesunden Lebensjahren bei.
Ob Metformin auch gegen das Altern bei gesunden Menschen ohne Erkrankung wirkt, ist eine völlig andere Frage, die bislang unbeantwortet bleibt. Die laufende TAME-Studie wurde genau dafür aufgesetzt, Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Fachleute sind sich uneinig, ob Metformin bei Menschen, die es medizinisch gar nicht benötigen, eine lebensverlängernde Wirkung entfaltet.
In Tier- und Laborversuchen hemmt Metformin mehrere Alterungsprozesse gleichzeitig: Es regt die zelluläre Selbstreinigung (Autophagie) an, schützt die DNA und bremst Zellen, die durch Alterungsstarre schädliche Botenstoffe ausschütten. Im kleinen Fadenwurm verlängerte es sogar die Lebensdauer, allerdings erwies sich das als stark abhängig von den Darmbakterien und den Versuchsbedingungen. Dazu gibt es bisher nur Tier- und Zellkulturdaten.
Nebenwirkungen sind real. Magen-Darm-Beschwerden treten häufig auf, und bei längerer Einnahme entwickeln manche Menschen einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure, was regelmäßige Blutkontrollen erfordert. Ohne medizinische Notwendigkeit fehlt für den Einsatz beim Menschen bislang jede klinische Grundlage.
Basierend auf Reviews, Metaanalysen und Expertenkonsens (PMIDs 34421827, 35640743, 32333835, 38181790, 27304507, 23540700). Die TAME-Studie läuft noch; RCT-Daten zur Lebensverlängerung bei gesunden Menschen liegen nicht vor.