Schützt Kaffee vor Typ-2-Diabetes?
Drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag hängen konsistent mit einem niedrigeren Typ-2-Diabetes-Risiko zusammen, und genetisch gestützte Analysen machen einen ursächlichen Zusammenhang plausibel. Am besten gefilterter Kaffee ohne Zucker, und unter vier Tassen täglich bleiben.
Drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag hängen in mehreren Metaanalysen und großen Übersichtsarbeiten konsistent mit einem niedrigeren Typ-2-Diabetes-Risiko zusammen. Eine Zusammenfassung dieser Übersichtsarbeiten stuft geringen Kaffeekonsum sogar als einen der am besten belegten Risikofaktoren für diese Erkrankung ein, vergleichbar mit ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel.
Zunächst handelte es sich nur um beobachtete Zusammenhänge, keine bewiesene Ursache-Wirkungs-Beziehung. Für Typ-2-Diabetes geht die Datenlage aber einen Schritt weiter: Sogenannte Mendelian-Randomisierungs-Studien nutzen genetische Varianten, um Kausalität zuverlässiger einzuschätzen als klassische Beobachtungsstudien. Auch sie stützen einen ursächlichen Zusammenhang. Das macht den Kaffee-Diabetes-Befund besser abgesichert als die meisten anderen Gesundheitsversprechen rund um Kaffee.
Koffein ist dabei nicht der einzige Wirkstoff. Entkoffeinierter Kaffee zeigt einen ähnlich schützenden Effekt, was darauf hindeutet, dass auch andere Inhaltsstoffe wie Chlorogensäuren und Antioxidantien eine Rolle spielen. Wer seinen Kaffee mit viel Zucker und Sahne trinkt, schwächt diesen günstigen Effekt möglicherweise ab.
Ungefilterter Kaffee, etwa aus einer Pressstempelkanne oder einem Perkolator, kann den Cholesterinspiegel erhöhen. Wer bereits erhöhte Cholesterinwerte hat, fährt mit gefiltertem Kaffee besser. Ab etwa 400 mg Koffein täglich, grob vier Tassen, steigt das Risiko für Angstzustände, Schlafprobleme, Herzrasen und Zittern. In der Schwangerschaft gilt: unter 200 mg Koffein pro Tag bleiben, da höhere Mengen mit einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko verbunden sind.
Basiert auf mehreren Metaanalysen und systematischen Übersichtsarbeiten, darunter einer zusammenfassenden Analyse dieser Übersichtsarbeiten. Randomisierte Studien zu Typ-2-Diabetes sind nicht verfügbar. Mendelian-Randomisierungs-Studien stärken die Kausalitätsbegründung speziell für T2D.