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Was machen die Wechseljahre mit deiner Darmflora?

In den Wechseljahren verschieben sich bestimmte Bakterienarten in deiner Darmflora, und deine Darmbakterien verarbeiten Östrogen weniger aktiv. Abwechslungsreiche Ernährung und Probiotika sind konkrete Wege, deine Darmflora zu unterstützen.

Was die Wechseljahre tatsächlich an deiner Darmflora verändern, sind bestimmte Bakterienarten. Große Bakterienfamilien wie Bacteroidetes und Firmicutes sowie die Gesamtvielfalt bleiben weitgehend stabil. Viele Studien mit insgesamt über tausend Frauen zeigten keinen statistisch bedeutsamen Unterschied vor und nach den Wechseljahren. Einzelne Bakterienarten verschoben sich jedoch: Akkermansia muciniphila, eine Art, die die Darmwand schützt, nahm ab; Arten, die an der Fettverdauung beteiligt sind, nahmen zu. Die Darmflora von Frauen nach den Wechseljahren ähnelt dadurch etwas stärker der von Männern.

Der auffälligste Mechanismus läuft über das sogenannte Estrobolom: die Gesamtheit der Darmbakterien, die Östrogen verarbeiten. Ein bestimmtes Enzym darin wandelt Östrogen im Darm in eine aktive Form um, damit der Körper es erneut aufnehmen kann. Nach den Wechseljahren ist dieses Enzym weniger aktiv. Das kann eine Abwärtsspirale verstärken: Weniger Östrogen führt zu einem weniger aktiven Estrobolom, und ein weniger aktives Estrobolom hält weniger Östrogen im Kreislauf.

In Tierversuchen, bei denen Mäusen die Eierstöcke entfernt wurden, um die Wechseljahre nachzuahmen, wurde die Darmwand durchlässiger und es entstanden mehr Entzündungszeichen. Mäuse, denen die Darmflora solcher Tiere übertragen wurde, nahmen ebenfalls stärker zu und zeigten Anzeichen von Stoffwechselproblemen. Dazu gibt es bisher nur Mäusedaten.

In einer großen Studie am Menschen hingen die Verschiebungen in der Darmflora mit schlechteren Blutfettwerten, Blutzucker- und Blutdruckwerten zusammen. Es gibt Hinweise, dass die Darmflora auch bei Gewichtszunahme, Knochenschwund und Gedächtnisproblemen eine Rolle spielt, ob sie dafür ursächlich ist, lässt sich aus diesen Daten jedoch nicht ableiten.

Probiotika mit Lactobacillus-Arten und Präbiotika (Ballaststoffe, die Darmbakterien als Nahrung dienen) zeigen erste positive Signale für die bakterielle Vielfalt und den Stoffwechsel bei Frauen in den Wechseljahren. Das ist ein konkreter Ansatz, wenn du die Wechseljahre durch Ernährungsentscheidungen unterstützen möchtest. Nahrungsergänzungsmittel bei Beschwerden besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die Belege
8 Studien · 2 Meta-Analysen · ≈ 4.200 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf zwei Übersichtsarbeiten mit zusammengefasster Auswertung vieler Studien (gemeinsam knapp zweitausend Frauen), ergänzt durch eine große Studie mit über 2.300 Teilnehmenden sowie mehrere weitere Übersichtsarbeiten. Die beiden zusammenfassenden Auswertungen liefern die stärkste Evidenz und zeigen keinen Effekt auf die Gesamtvielfalt der Flora; die Evidenz für Verschiebungen auf Artenebene stammt aus einer einzigen großen Studie und ist robuster als der mechanistische Teil. Der Estrobolom-Mechanismus und die mögliche Kette zu Knochenschwund und Gewichtszunahme sind biologisch gut ausgearbeitet, beruhen aber fast vollständig auf Tierversuchen und theoretischen Überlegungen. Die Autorinnen und Autoren der zusammenfassenden Auswertungen weisen auf eine hohe Streuung zwischen den Einzelstudien hin (I² bis 99 %), was bedeutet, dass die Ergebnisse stark voneinander abwichen und die zusammengeführten Schlussfolgerungen mit entsprechender Vorsicht zu lesen sind.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Starke Evidenz

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