Welche Lebensmittel oder Gewohnheiten erhöhen NAD+-Spiegel wirksam?
Sport und NAD+-Nahrungsergänzungsmittel (NR oder NMN) erhöhen den NAD+-Spiegel nachweislich, doch ob höhere Spiegel beim Menschen auch Gesundheitsvorteile bringen, ist nicht belegt. Wer aktiv werden will, fährt mit regelmäßiger Bewegung am besten, denn das ist der einzige Ansatz, für den auch darüber hinausgehende Gesundheitseffekte nachgewiesen sind.
NAD+-Nahrungsergänzungsmittel wie NR und NMN erhöhen den NAD+-Spiegel im Blut nachweislich. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 65 gesunden Erwachsenen waren beide Präparate nach vierzehn Tagen wirksam, während Nicotinamid, ein verwandter Stoff, denselben Effekt nicht erzielte. Darmbakterien wandeln NR und NMN teilweise um, was den Mechanismus komplizierter macht als anfangs angenommen.
Sport beeinflusst den NAD+-Spiegel in weißen Blutkörperchen direkt messbar. Zwei kleine Studien mit jungen gesunden Erwachsenen (24 bzw. 12 Personen) zeigten, dass bereits eine einzige Trainingseinheit das Schlüsselenzym der NAD+-Produktion stärker aktivierte. Das galt für intensives Intervalltraining ebenso wie für ruhigeres Ausdauertraining. Der Effekt hängt also nicht von einem bestimmten Sporttyp ab.
NR und NMN stecken zwar auch in Gemüse, Fleisch, Milch und fermentierten Getränken, doch wie viel der Körper daraus tatsächlich aufnimmt und ob diese Mengen etwas bewirken, ist kaum erforscht. Auf Ernährung allein lässt sich deshalb nicht setzen, um den NAD+-Spiegel gezielt anzuheben.
Dass Nahrungsergänzungsmittel den NAD+-Spiegel heben, ist gut belegt. Ob das auch konkrete Gesundheitsvorteile bringt, ist eine andere Frage. Positive Befunde zu kognitiven Beschwerden und altersbedingten Erkrankungen stammen größtenteils aus Tierversuchen; Studien am Menschen sind selten und zeigen gemischte Ergebnisse. Zur Sicherheit gibt es weniger Vorbehalte: Mehrere Übersichtsarbeiten und klinische Studien bestätigen, dass NR und NMN gut verträglich sind und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auftraten.
Basierend auf zwei randomisierten kontrollierten Studien, einer systematischen Übersichtsarbeit und mehreren weiteren Reviews. Die Studien sind vergleichsweise klein (n=12 bis 65). Langzeit-RCTs lagen in den Quellen nicht vor.