Wirkt Gentherapie mit Klotho oder Follistatin gegen das Altern?
Klotho-Gentherapie zeigt vielversprechende Ergebnisse in Mäusen und Zellkulturen, klinische Daten vom Menschen existieren jedoch nicht. Zu Follistatin-Gentherapie bei Alterung sagen die verfügbaren Quellen gar nichts.
Klotho ist ein Protein, dessen Spiegel mit zunehmendem Alter natürlicherweise sinkt. Bei Mäusen führt ein Klotho-Mangel zu beschleunigter Alterung und verkürzter Lebenserwartung, während erhöhte Klotho-Spiegel die Lebensdauer verlängern. Das macht das Protein zu einem naheliegenden Therapieziel – der Weg vom Tiermodell zum Menschen ist allerdings weit.
In Zellkulturen gelang es bereits, das Klotho-Gen mithilfe von CRISPR zu aktivieren, einer molekularen Genscherentechnik. Das belegt, dass der Ansatz grundsätzlich funktioniert. Im Mausmodell wurden inzwischen zwei konkretere Anwendungen getestet: ein Nanopartikel-Ansatz, bei dem eine einzige niedrige Dosis ausreichte, um Nierenschäden und Narbenbildung zu verhindern, sowie ein ähnliches System für degenerierte Bandscheiben, bei dem die Bandscheibenzellen wieder gesünder zu werden schienen.
Für das Gehirn deuten mehrere Tierstudien auf schützende Wirkungen von Klotho hin: verbessertes Gedächtnis, weniger Nervenschäden und eine bessere Erneuerung der schützenden Myelinhülle um die Nervenfasern. Gleiches gilt für altersbedingte Erkrankungen im weiteren Sinne: Eine Übersichtsarbeit beschreibt Klotho-Supplementierung als vielversprechend, betont aber, dass die Effekte stark kontextabhängig sind. Bislang gibt es dazu nur Mäuse- und Zellkulturdaten, keine Studien am Menschen.
Zu Follistatin-Gentherapie bei Alterung findet sich in den verfügbaren Quellen nichts. Auf Basis dieser Datenlage lässt sich dazu keine Aussage treffen.
Es gibt eine starke biologische Begründung, Klotho zu erforschen, und die ersten technischen Schritte in Zellen und Mäusen sind gemacht. Klinische Daten, die zeigen, dass Klotho-Gentherapie beim Menschen sicher oder wirksam ist, existieren bislang nicht.
Alle Aussagen basieren auf Tiermodellen (Mäuse) und Zellkulturstudien, ergänzt durch narrative Übersichtsarbeiten. Für diese Fragestellung sind keine randomisierten klinischen Studien am Menschen verfügbar.