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Woran erkenne ich, ob ich zu viel Muskelmasse verliere (Sarkopenie)?

Ein Wadenumfang unter 33 cm oder eine für dein Alter auffällig langsame Gehgeschwindigkeit sind gute Gründe, deinen Arzt auf eine Handkraft- und Muskelmassemessung anzusprechen. Zu Hause kannst du damit eine erste Einschätzung vornehmen, eine sichere Feststellung erfordert jedoch eine Messung in der Praxis.

Sarkopenie ist mehr als nur wenig Muskeln. Die Diagnose wird erst gestellt, wenn gleichzeitig zu wenig Muskelmasse und eine eingeschränkte Muskelfunktion vorliegen, gemessen über Handkraft oder Gehgeschwindigkeit. Allein eine geringe Muskelmasse reicht nicht. Muskeln, die zwar vorhanden sind, aber schlecht funktionieren, zählen ebenfalls.

Das erste Signal, das du zu Hause selbst prüfen kannst, ist dein Wadenumfang. Ein Umfang unter 33 cm kann auf zu wenig Muskelmasse hinweisen, auch wenn dieser Wert nicht für alle Menschen gleich gilt. Er ist ein Anlass, genauer hinzuschauen, aber keine Diagnose für sich allein. Ein weiterer Ausgangspunkt ist deine Gehgeschwindigkeit: Gehst du langsamer als für dein Alter üblich, spricht das für eine weiterführende Messung. Beim Arzt wird dann die Handkraft mit einem Dynamometer bestimmt. Als gering gilt dabei unter 32 kg bei Männern und unter 22 kg bei Frauen, wobei diese Schwelle je nach Bevölkerungsgruppe variiert.

Wer die Muskelmasse direkt bestimmen lassen möchte, hat beim Arzt oder in einer Klinik zwei Möglichkeiten: ein Röntgenverfahren, das Fett- und Muskelmasse voneinander trennt, oder eine Messung über einen schwachen elektrischen Strom durch den Körper. Auch Ultraschall der Muskeln wird untersucht; die Zuverlässigkeit schwankt jedoch stark je nach Muskelgruppe und Messverfahren, sodass diese Methode bisher nicht breit einsetzbar ist.

Es gibt außerdem einen kurzen Fragebogen, um Sarkopenie frühzeitig zu erkennen. Er ist praktisch, weil er schnell auszufüllen ist, übersieht aber einen beträchtlichen Teil der Betroffenen. Nutze ihn als ersten Check, nicht als abschließendes Urteil.

Menschen mit Sarkopenie stürzen häufiger, werden öfter ins Krankenhaus eingewiesen und verlieren schneller ihre Selbstständigkeit. Weltweit ist etwa 10 % der Menschen über 60 betroffen, in Pflegeheimen und Krankenhäusern liegt der Anteil höher. Hast du Zweifel, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, die eine Messung veranlassen und das Ergebnis anhand der für deine Bevölkerungsgruppe geltenden Grenzwerte einordnen können.

Die Belege
8 Studien · 2 Meta-Analysen

Diese Antwort stützt sich auf mehrere internationale Leitlinien und zwei Übersichtsarbeiten, die jeweils Dutzende Studien zu Diagnose und Häufigkeit von Sarkopenie zusammenfassen. Die diagnostischen Schritte sind breit anerkannt, die genauen Grenzwerte unterscheiden sich jedoch je nach Bevölkerungsgruppe und Messverfahren. Die Befunde zum Ultraschall stammen aus einer Übersichtsarbeit, bei der alle eingeschlossenen Studien ein hohes Verzerrungsrisiko aufwiesen, was diese Methode schwächer belegt als die übrigen Messverfahren.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Starke Evidenz

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Moderate Evidenz

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Ja · Starke Evidenz

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Vorläufige Evidenz
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