Funktioniert die Wim-Hof-Methode wirklich?
Die WHM zeigt in kleinen Studien positive Effekte bei bestimmten Patientengruppen, ob diese Vorteile aber wirklich einzigartig für die Methode sind, bleibt unklar. Hast du Atemwegsbeschwerden, verdient das Kälte-Atem-Element besondere Aufmerksamkeit; sprich das am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt durch.
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Die Wim-Hof-Methode (WHM) kombiniert Atemübungen, Kälteexposition und Achtsamkeit. Die überzeugendsten Hinweise stammen aus kleinen, aber randomisierten Studien mit bestimmten Patientengruppen. Bei 25 MS-Patienten, die die WHM zwölf Wochen lang anwendeten, verbesserten sich Kognition, Erschöpfung, Angst und Depression im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich. Bei 24 Patienten mit einer chronischen Gelenkentzündung (axiale Spondyloarthritis) sanken die Entzündungsmarker nach acht Wochen WHM messbar. Es handelt sich nicht um große klinische Studien, aber sie sind randomisiert und zeigten nachweisbare Effekte.
Bei gesunden Frauen mit hohem Stresslevel gingen depressive Beschwerden nach drei Wochen WHM genauso stark zurück wie nach Meditation, HIIT oder anderen Atemtechniken. Die WHM schnitt also nicht besser ab als die Alternativen, was darauf hindeutet, dass Bewegung, Entspannung oder gelenkte Aufmerksamkeit helfen könnten, nicht etwas Einzigartiges an der Methode selbst. Erst nach drei Monaten zeigte eine kleinere Teilgruppe, die die Methode konsequent durchhielt, etwas bessere Ergebnisse, doch diese Auswertung war kein vorab geplanter Bestandteil der Studie.
Eine randomisierte Studie bei Menschen mit Querschnittlähmung läuft noch, Ergebnisse liegen bisher nicht vor.
Ein Aspekt, den du ernst nehmen solltest, ist die Sicherheit des Kälteelements. Wiederholtes Einatmen kalter, trockener Luft unter Belastung schädigt die Atemwege nachweislich: Die Lungenfunktion sinkt, und ein Blutmarker für Atemwegsschäden steigt deutlich an. Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegsbeschwerden sollten hier besonders vorsichtig sein. Schwerwiegende Nebenwirkungen durch die Intervention selbst traten in den kleinen Patientenstudien nicht auf, doch die Studien sind zu klein, um seltene Nebenwirkungen zuverlässig zu erfassen.
Alle Aussagen basieren auf kleinen randomisierten Studien (n=24–141) und einem veröffentlichten Studienprotokoll ohne Ergebnisse. Große RCTs oder Metaanalysen existieren bislang nicht. Der Sicherheitsbefund zu Atemwegsschäden stammt aus kontrollierter experimenteller Forschung.