Ist intermittierendes Fasten gut für ein langes Leben?
Intermittierendes Fasten verbessert Gesundheitsmarker wie Körpergewicht und Insulinsensitivität, ob es beim Menschen aber auch das Leben verlängert, ist noch nicht bewiesen. Es lohnt sich, diese Ernährungsform in Betracht zu ziehen, doch wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, sprich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Im Tiermodell sind die Ergebnisse beeindruckend: Mäuse, Hefe, Würmer und Fruchtfliegen leben länger und bleiben gesünder, wenn sie periodisch fasten. Mehrere unabhängige Studien haben das gezeigt. Doch was im Labor für Tiere gilt, lässt sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.
Beim Menschen wurde eine direkte Lebensverlängerung bisher nie nachgewiesen. Es gibt keine großen Studien, die belegen, dass intermittierend Fastende ein höheres Lebensalter erreichen als Nicht-Fastende. Gut belegt ist hingegen: Das Körpergewicht sinkt, die Insulinsensitivität verbessert sich, und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen zurück. Diese Effekte zeigen sich sowohl bei Normalgewichtigen als auch bei Menschen mit Übergewicht.
Intermittierendes Fasten regt außerdem einen zellulären Reinigungsprozess an, die sogenannte Autophagie: Der Körper baut dabei beschädigte Proteine und Zellbestandteile ab. Im Tiermodell schützt dieser Prozess vor altersbedingten Erkrankungen wie Krebs, Alzheimer und Parkinson.
Ein besonders interessanter Mechanismus: Fasten erhöht den Spiegel von Spermidin, einem kleinen Molekül, das natürlicherweise in Zellen vorkommt. In mehreren Modellorganismen und beim Menschen stieg der Spermidin-Spiegel während des Fastens an und erwies sich als notwendig für die schützenden Effekte. Wurde seine Bildung blockiert, verschwanden diese Effekte. Mehrere Autoren der entsprechenden Studie haben finanzielle Interessen an Unternehmen, die an verwandten Produkten arbeiten, was bei der Interpretation zu berücksichtigen ist.
Fasten ist nicht für alle gleich geeignet. Studien berichten von Nebenwirkungen und Einschränkungen für bestimmte Gruppen, darunter ältere Menschen und Schwangere. Wenn du mit dem intermittierenden Fasten beginnen möchtest, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, besonders wenn du Medikamente nimmst oder eine Vorgeschichte mit Essstörungen hast.
Aussagen basieren auf PMID 38499159, 27810402, 35310455, 24440038, 39117797, 33512641, 36911497. Für die Spermidin-Studie (PMID 39117797) wurden finanzielle Interessenkonflikte gemeldet.
Hilft Metformin dabei, länger gesund zu leben?
Bei Menschen mit Diabetes ist der gesundheitliche Nutzen von Metformin gut belegt. Als Mittel gegen das Altern für gesunde Menschen ist es hingegen nicht bewiesen. Warte auf die Ergebnisse der TAME-Studie, bevor du daraus Schlüsse ziehst.
Hilft Rapamycin dabei, länger gesund zu leben?
Bei Mäusen wirkt Rapamycin, doch ob es beim Menschen zu einem längeren und gesünderen Leben führt, ist nicht belegt. Nebenwirkungen sind real, Langzeitdaten bei gesunden Menschen fehlen, und eine Einnahme außerhalb eines klinischen Rahmens lässt sich derzeit nicht begründen.
Ist regelmäßiges Blutspenden gut für deine Gesundheit?
Regelmäßiges Blutspenden ist für viele Menschen sicher, kann aber die Eisenspeicher erschöpfen, besonders wenn du menstruierst oder häufig spendest. Lass deinen Ferritinwert regelmäßig kontrollieren und sprich die Spendefrequenz mit deiner Ärztin oder deinem Arzt durch, wenn du schwanger werden möchtest oder dich dauerhaft müde fühlst.
Kann Fasten deine Zellen wirklich verjüngen?
Fasten zeigt im Tierversuch klare zellverjüngende Effekte, doch beim Menschen beschränkt sich die Evidenz bislang auf kleine Studien mit Biomarkern. Die vielversprechendsten Befunde sind in großen Humanstudien noch nicht bestätigt, weshalb Zurückhaltung angebracht ist.
Hilft intermittierendes Fasten der Darmgesundheit?
Für gesunde Menschen und Menschen mit metabolischem Syndrom gibt es recht konsistente Hinweise, dass intermittierendes Fasten die Darmbakterienzusammensetzung und Entzündungswerte günstig beeinflusst. Wer eine chronische Darmerkrankung hat, sollte Fasten vorher mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen, da belastbare Belege für diese Gruppe noch ausstehen.
Was macht intermittierendes Fasten mit deiner Insulinsensitivität?
Intermittierendes Fasten verbessert die Insulinsensitivität bei den meisten Menschen, aber möglicher Muskelverlust und hormonelle Effekte sollten ernst genommen werden, besonders bei intensivem Training.