Kann Fasten dein biologisches Alter zurückdrehen?
Fasten verbessert mehrere alterungsbezogene Marker, doch ob epigenetische Uhren dadurch tatsächlich zurückgestellt werden und was das praktisch bedeutet, ist nicht abschließend geklärt. Wer die gesundheitlichen Vorteile des Fastens nutzen möchte, findet im alternierenden Fasten nach aktuellem Forschungsstand die am besten belegte Option für gesunde Erwachsene.
Fasten hat messbare Auswirkungen auf bestimmte Alterungsmarker – ob es dein biologisches Alter aber wirklich zurückdreht, hängt stark davon ab, wie du das misst. In randomisierten Studien mit gesunden Menschen mittleren Alters führte alternierendes Fasten (jeden zweiten Tag) zu einem Rückgang von Körperfett, Bauchfett, LDL-Cholesterin und einem Entzündungsmarker, der mit dem Altern zusammenhängt. Das sind konkrete, messbare Verbesserungen, auch wenn sie kein direktes Maß für biologisches Alter sind.
Epigenetische Uhren schätzen das biologische Alter anhand charakteristischer Muster in deiner DNA. Auswertungen mehrerer Humanstudien zeigen, dass Kalorienrestriktion und andere Lebensstiländerungen mit niedrigeren Uhranzeigen einhergehen. Tierstudien belegen, dass Kalorienrestriktion 20 bis 40 Prozent der altersbedingten DNA-Veränderungen umkehren oder verhindern konnte. Dazu gibt es bisher nur begrenzte direkte Daten vom Menschen.
In der MACRO-Studie, einer randomisierten Studie mit 144 Menschen mit Adipositas, die zwölf Monate lang ein Diätprogramm absolvierten, hingen Veränderungen der epigenetischen Uhranzeigen nicht mit Verbesserungen echter Gesundheitswerte wie Blutdruck oder Blutzucker zusammen. Die Forschenden schließen daraus, dass epigenetische Uhren über kurze Zeiträume möglicherweise zu unempfindlich sind, um tatsächliche Gesundheitsgewinne abzubilden. Eine niedrigere Uhranzeige ist also kein automatischer Beweis dafür, dass du gesünder geworden bist.
Bei Menschen mit Multipler Sklerose zeigte eine ketogene Ernährung in Kombination mit intermittierender Kalorienrestriktion in zwei kleinen Studien eine messbare Reduktion eines weiteren Maßes für biologisches Alter. Tägliche Kalorienrestriktion ohne Fastenphasen hatte diesen Effekt nicht. Die Studien waren klein und beziehen sich auf eine spezifische Patientengruppe, weshalb sich daraus keine allgemeinen Schlüsse ziehen lassen.
Alternierendes Fasten erwies sich bei gesunden, nicht adipösen Menschen mittleren Alters in randomisierten Studien auch nach mehr als sechs Monaten als sicher. Ob das gleichermaßen für ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen gilt, wurde in diesen Studien nicht untersucht.
Basierend auf 2 randomisierten kontrollierten Studien, 4 Reviews und 2 ergänzenden Studien (davon 1 nicht näher indexiert). Keine Metaanalysen verfügbar. Die direkte Humanevidenz für eine Verbesserung epigenetischer Uhranzeigen durch Fasten ist begrenzt und teilweise widersprüchlich.