Kann Fasten oder intermittierendes Fasten Krebs vorbeugen?
Es gibt keinen Beleg dafür, dass Fasten beim Menschen Krebs verhindert; die Tierdaten sind vielversprechend, aber widersprüchlich. Wer Übergewicht als Risikofaktor angehen möchte, kann intermittierendes Fasten als Hilfsmittel nutzen, sollte aber keinen direkten krebsvorbeugenden Effekt erwarten.
Randomisierte Studien am Menschen, die belegen, dass intermittierendes Fasten oder eine Fasten-imitierende Diät (FMD) das Krebsrisiko senkt, gibt es nicht. Welche Wirkung diese Ernährungsformen auf die Krebshäufigkeit beim Menschen haben, ist derzeit schlicht unbekannt.
Aus Tierversuchen kommen ermutigendere Signale. Studien an Mäusen und Ratten zeigen schützende Effekte gegen verschiedene Krebsarten, zurückgeführt auf niedrigere Insulinspiegel, gedämpfte Wachstumshormonsignale und gesunkene Leptinwerte. In manchen Tiermodellen fanden sich allerdings auch schädliche Effekte, je nach Krebstyp. Das Bild aus der Tierforschung ist also alles andere als eindeutig.
Ein interessanter Forschungsansatz verbindet FMD mit Hormontherapie bei Brustkrebs. In Mausmodellen führte diese Kombination zu einer anhaltenden Tumorunterdrückung. Bei einer kleinen Gruppe von Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs wurden vergleichbare Stoffwechselveränderungen gemessen, darunter niedrigere Insulin- und Leptinwerte. Ob daraus auch ein klinischer Nutzen entsteht, müssen größere Studien zeigen.
Fasten kann indirekt zur Krebsvorbeugung beitragen, weil es beim Abnehmen helfen kann, und Übergewicht gilt als anerkannter Krebsrisikofaktor. Ob Fasten darüber hinaus, also unabhängig vom Gewichtsverlust, krebsbezogene Prozesse im Körper beeinflusst, ist beim Menschen bislang nicht nachgewiesen.
Für Menschen in einer aktiven Krebsbehandlung deuten frühe klinische Studien darauf hin, dass zyklisches Fasten im Allgemeinen sicher ist und Chemotherapienebenwirkungen möglicherweise abschwächt, indem es gesunde Zellen schützt. Außerhalb einer klinischen Studie wird Fasten während einer laufenden Krebsbehandlung nicht empfohlen.
Alle Aussagen stützen sich auf PMID 34383300, 38147966, 39059383, 32669709, 30327499, 24440038, 27810402, 39064705. Abgeschlossene randomisierte Studien am Menschen, die Krebsinzidenz als Endpunkt messen, liegen nicht vor.