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Warum leben Japaner so lange?

Die japanische Ernährungsweise mit viel Gemüse, Fisch und wenig Fett hängt klar mit einem längeren und gesünderen Leben zusammen. Wer sie zu Hause übernimmt, kombiniert sie am besten mit ausreichend Eiweiß und Bewegung im höheren Alter.

Japaner essen viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch und Getreide, aber wenig Fett, Zucker und Kalorien. Eine Zusammenschau mehrerer Studien mit knapp 93.000 Menschen, die im Schnitt fast neunzehn Jahre beobachtet wurden, zeigt: Wer dieses Muster am konsequentesten lebt, stirbt seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lebt insgesamt länger. Eine Variante des Musters mit noch weniger Salz sowie Kaffee und Milchprodukten war bei Männern mit den niedrigsten Sterblichkeitszahlen verbunden.

Die japanische Ernährungsweise hängt auch mit deutlich weniger körperlichen Einschränkungen im hohen Alter und einem niedrigeren Demenzrisiko zusammen. In beiden Fällen lag das Risiko bei Menschen, die das Muster am stärksten befolgten, etwa ein Fünftel unter dem jener, die es kaum befolgten. Weitere Lebensstilfaktoren spielen dabei ebenfalls eine Rolle.

Okinawa nimmt eine besondere Stellung ein. Die Insel ist dafür bekannt, dass Menschen dort außergewöhnlich alt werden: Die Lebenserwartung liegt nachweislich über dem japanischen Durchschnitt, der selbst schon zu den höchsten der Welt zählt. Forscher führen das auf eine Kombination aus Ernährung, Bewegung, Klima, Genen und geografischer Abgeschiedenheit zurück. Studien, die Ernährung und einen insgesamt gesunden Lebensstil gemeinsam betrachteten, legen nahe, dass die Zeit ohne schwere Krankheit dadurch acht bis zehn Jahre länger ausfallen kann.

Meeresalgen sind ein typischer Bestandteil der japanischen Küche und werden in zwei großen japanischen Studien mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Dazu gibt es bisher nur Beobachtungsdaten, keine kontrollierten Studien am Menschen. Zudem enthalten Meeresalgen Jod und Spuren von Schwermetallen, die bei sehr großen Mengen schaden können.

Ein langes Leben hat auch eine Kehrseite. Japan altert schnell, und ältere Menschen riskieren Muskelschwund und körperliche Gebrechlichkeit, wenn sie zu wenig Eiweiß, Kalorien und Vitamin D zu sich nehmen. Länger leben ist daher nicht dasselbe wie gesund alt werden: Woraus die Ernährung im höheren Alter besteht, bleibt entscheidend.

Die Belege
7 Studien · 1 systematische review · ≈ 93.049 Teilnehmer

Die Antwort stützt sich vor allem auf zwei große Studien mit jeweils zehntausenden Japanern, die über viele Jahre beobachtet wurden, ergänzt durch eine breite Auswertung der Forschung zu sogenannten Blue Zones wie Okinawa. Fast überall handelt es sich um Zusammenhänge, die in Bevölkerungsgruppen gemessen wurden, die nicht zufällig eingeteilt waren. Ursache und Wirkung lassen sich daher nicht mit Sicherheit belegen. Die Befunde zur krankheitsfreien Lebenserwartung haben ein etwas stärkeres ursächliches Fundament, sind aber in kontrollierten Studien am Menschen noch nicht abschließend bestätigt.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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