Was sind T-Zellen, und warum werden es mit zunehmendem Alter weniger?
Mit den Jahren verliert dein Immunsystem einen Teil seiner Schlagkraft, weil der Thymus schrumpft und frische T-Zellen rar werden. Konkrete Gegenmaßnahmen gibt es derzeit kaum, doch regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und das Auffrischen von Impfungen helfen dabei, die Abwehr so gut wie möglich zu erhalten.
T-Zellen sind weiße Blutkörperchen, die das Herzstück deiner Immunabwehr gegen Viren, Bakterien und Krebszellen bilden. Grob lassen sie sich in zwei Typen unterteilen: Helferzellen, die das Immunsystem koordinieren, und zytotoxische Zellen, die infizierte oder bösartige Zellen direkt abtöten. Naive T-Zellen sind gewissermaßen frische Exemplare, die noch keinem Krankheitserreger begegnet sind und bereitstehen, um neue Bedrohungen zu erkennen.
Diese frischen T-Zellen entstehen im Thymus, einer Drüse hinter dem Brustbein. Mit dem Alter schrumpft der Thymus und stellt seine Arbeit schrittweise ein, weshalb die Produktion neuer naiver T-Zellen deutlich zurückgeht. Studien am Menschen belegen, dass ihr Anteil im Blut messbar sinkt. Gleichzeitig nimmt die Vielfalt der T-Zellen ab, sodass der Körper immer weniger unterschiedliche Erkennungsmuster für neue Eindringlinge bereithält.
Währenddessen häufen sich alte, erschöpfte T-Zellen an. Bei Menschen um die sechzig befinden sich durchschnittlich 64 % der zytotoxischen T-Zellen in einem seneszenten Zustand: Sie teilen sich kaum noch und sind weitgehend funktionslos.
Hinzu kommt, dass eine bestimmte Gruppe entzündungsfördernder T-Zellen zunimmt. Diese Zellen setzen ein Protein namens Granzyme K frei, das in benachbarten Zellen eine niedriggradige chronische Entzündung antreibt. Das gilt als typisches Merkmal der schwelenden Entzündung, die das Altern begleitet. Seneszente T-Zellen tragen auf diesem Weg auch zu Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis bei, weil die interne Regulation des Immunsystems nachlässt.
Eine frühe Pilotstudie beobachtete, dass eine BCG-Impfung bei Menschen mit einem bestimmten immunologischen Profil das biologische Alter der T-Zellen leicht senken konnte. Dazu gibt es bisher nur diese einzelne, rein beschreibende Beobachtung ohne nachgewiesenen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
Die Aussagen stützen sich auf Studien am Menschen, darunter Einzelzell-RNA-Sequenzierungen und Beobachtungskohorten. Große randomisierte Studien fehlen bislang. Kausalität ist plausibel, aber nicht durchgehend belegt. Der BCG-Befund ist ausdrücklich explorativ und rein assoziativ.