Wie viel grüner Tee braucht man pro Tag?
Zwei bis drei Tassen Tee pro Tag zeigen in mehreren großen Analysen den günstigsten Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit; mehr zu trinken bringt kaum zusätzlichen Nutzen. Lass den Tee aber erst abkühlen, bevor du ihn trinkst.
Zwei bis drei Tassen grüner (oder anderer) Tee pro Tag scheinen der optimale Bereich zu sein. Eine Zusammenfassung von 96 Metaanalysen zu vierzig verschiedenen Gesundheitszielen fand bei dieser Menge den stärksten Zusammenhang mit einem niedrigeren Risiko für frühzeitigen Tod, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes. Es handelt sich um Beobachtungsstudien, Ursache und Wirkung sind also nicht bewiesen, aber das Muster ist auffallend konsistent.
Jede zusätzliche Tasse bringt noch etwas. Eine Metaanalyse von 21 Studien mit über 1,3 Millionen Teilnehmenden zeigte, dass jede tägliche Tasse das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um etwa 3 % senkt. Bei drei Tassen summiert sich das auf rund 15 %. Ab fünf Tassen flacht der Nutzen ab. Die Studienautoren bewerten ihre Befunde nach einem standardisierten Qualitätssystem selbst als schwach belegt, harte Schlussfolgerungen sind also nicht angebracht.
Wer gezielt etwas für seinen Blutdruck tun möchte: Randomisierte Studien am Menschen zeigen, dass grüner Tee den oberen wie den unteren Blutdruckwert im Schnitt um etwas mehr als 1 mmHg senkt. Der Effekt scheint bei Menschen mit bereits erhöhtem Blutdruck etwas ausgeprägter zu sein. Grüner Tee ist dabei eine ergänzende Maßnahme und kein Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente.
Schon zwei Tassen täglich liefern genug pflanzliche Wirkstoffe (Flavonoide), um Blutdruck, LDL-Cholesterin und Entzündungsmarker positiv zu beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von 23 systematischen Reviews. Übliche Trinkmengen gelten als sicher. Bei hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln können Magenprobleme auftreten, und in seltenen Fällen wurden Leberschäden gemeldet.
Ein Hinweis zur Temperatur: Tee, der heißer als etwa 55 bis 60 Grad getrunken wird, ist mit einem erhöhten Risiko für Speiseröhren- und Magenkrebs verbunden. Lass deinen Tee also kurz abkühlen, bevor du ihn trinkst.
Verwendete Quellen: zwei Auswertungen von Metaanalysen (PMID 31216091, 34396859), eine Dosis-Wirkungs-Metaanalyse (PMID 34034384), eine Metaanalyse randomisierter Studien (PMID 40497293) sowie ein narratives Review mit deklariertem Interessenkonflikt (PMID 17906191). Die Beweisqualität ist überwiegend beobachtungsbasiert; den stärksten kausalen Rückhalt hat der Blutdruckbefund, der auf randomisierten Studien beruht.