Wie viel grüner Tee braucht man pro Tag?
Für normalen Tee scheinen drei bis fünf Tassen pro Tag die am besten belegte Menge für Herz- und Hirnvorteile zu sein, auch wenn es sich um Beobachtungsdaten handelt. Für Matcha-Nahrungsergänzungsmittel ist keine einheitliche Dosis belegt, und die kleinen Studien widersprechen sich teilweise.
Drei bis fünf Tassen normaler Tee pro Tag waren in einer großen britischen Kohortenstudie mit über 365.000 Teilnehmenden mit dem niedrigsten Risiko für Schlaganfall und Demenz verbunden. Das ist ein Beobachtungsbefund, kein Kausalnachweis, aber der Zusammenhang war über eine Nachbeobachtungszeit von mehr als zehn Jahren robust.
Für Matcha (das Pulver aus gemahlenen grünen Teeblättern) sehen die Dosierungen in den Studien etwas anders aus. Bei 2 Gramm pro Tag über ein Jahr verbesserte sich die Kognition bei älteren Menschen mit leichten Gedächtnisproblemen beim primären Endpunkt nicht, wohl aber bei der Emotionserkennung. Bei 3 Gramm pro Tag über zwölf Wochen verbesserte sich die Kognition nur bei Frauen, nicht bei Männern. Kurz gesagt: Eine klar wirksame Dosis für die Kognition steht noch nicht fest. Hinzu kommt, dass mehrere dieser Studien (teilweise) industriefinanziert waren, was die Ergebnisse in einem etwas anderen Licht erscheinen lässt.
Für Muskelkraft und Muskelmasse bei Männern, die Krafttraining betrieben, zeigen zwei kleine Studien mit 3 Gramm Matcha pro Tag einen Vorteil. Auch hier handelt es sich um kleine Gruppen, und die verwendeten Testprodukte stammten von einem kommerziellen Anbieter. Die Befunde sind daher als vorläufig einzustufen.
Ein wichtiger Punkt: Die Polyphenole im Tee hemmen die Eisenaufnahme aus der Nahrung. Für die meisten Menschen mit einer abwechslungsreichen westlichen Ernährung spielt das kaum eine Rolle. Bist du Vegetarier, schwanger oder leidest du an Blutarmut, trinkst du Tee besser zwischen den Mahlzeiten statt dazu. Vitamin C in derselben Mahlzeit kann die Eisenaufnahme wieder ausgleichen.
Basierend auf einer großen Kohortenstudie (UK Biobank, n=365.682), zwei kleinen Matcha-RCTs zur Kognition (n=61 und n=99), einem kleinen Matcha-RCT zur Muskelfunktion und einem Review zur Eisenresorption. Mehrere Studien waren (teil-)industriefinanziert (ITO EN, Nestlé Japan).