Wird ein Arzt Rapamycin verschreiben?
Ein Arzt verschreibt Rapamycin bei Transplantationen und bestimmten seltenen Erkrankungen, nicht jedoch gegen das Altern: Dafür fehlt bislang eine ausreichende klinische Grundlage.
Rapamycin (auch bekannt als Sirolimus) ist ein zugelassenes Medikament, das Ärzte nach Nierentransplantationen einsetzen. Das ist daher die naheliegendste Situation, in der ein Arzt es aktiv in Betracht zieht. In einigen Ländern ist zudem eine Blutspiegelkontrolle gesetzlich vorgeschrieben, sodass eine eigenständige Einnahme nicht möglich ist.
Ein verwandtes Mittel, Everolimus, wirkt auf denselben biologischen Signalweg und wird in der Neurologie eingesetzt. Bei Patienten mit einer bestimmten Erbkrankheit (TSC), die Epilepsie auslöst, erhielten rund 32,5 % der deutschen Patienten dieses Mittel, entsprechend den geltenden Leitlinien. Auch bei Lebertransplantationen wird diese Wirkstoffklasse als Alternative zu anderen Mitteln verwendet, belegt durch kontrollierte Studien.
Für den Einsatz gegen das Altern fällt die Antwort nüchtern aus. Die klinischen Studien zu dieser Frage liefern bislang keine überzeugenden Ergebnisse und blieben hinter den anfänglichen Erwartungen zurück. Ein Einsatz außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete bei gesunden Menschen ist derzeit keine Option, für die ein Arzt eine klare wissenschaftliche Grundlage hätte.
Aussagen basieren auf PMID 12742490 (Nierentransplantation), 33314257 (Aging/Off-Label), 33792454 (TSC-Epilepsie und Lebertransplantation) und 40973691 (Lebertransplantation).