Woran erkenne ich, ob ich ein Risiko für Osteoporose habe?
Dein Risiko lässt sich gut anhand von Alter, Geschlecht, Hormongeschichte, Medikamenteneinnahme und Lebensstil einschätzen. Hast du mehrere Risikofaktoren, frage deine Hausärztin oder deinen Hausarzt nach einer Knochendichtemessung.
Alter, Geschlecht und Herkunft gelten als die am besten belegten Risikofaktoren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, und Menschen mit kaukasischem Hintergrund erkranken öfter. Dennoch betrifft Osteoporose auch Männer: Rund 40 % aller osteoporosebedingten Knochenbrüche ereignen sich bei Männern, und nach einem ersten Bruch ist ihre Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Bruch sowie für einen tödlichen Verlauf sogar höher als bei Frauen.
Hormonveränderungen spielen eine Schlüsselrolle. Frauen, denen in jungen Jahren die Eierstöcke entfernt wurden, verlieren frühzeitig den schützenden Einfluss von Östrogen und tragen damit ein deutlich erhöhtes Risiko. Bei Männern ist ein Mangel an Geschlechtshormonen (Hypogonadismus) eine häufige Ursache. Langfristige Kortikosteroidtherapien, etwa mit Prednison, schädigen den Knochen sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle, wenngleich etwas weniger ausgeprägt als Alter und Hormone. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, kalziumarme Ernährung und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko, besonders nach den Wechseljahren. Eine zierliche Körperstatur oder eine bereits in jungen Jahren niedrige Knochendichte bedeuten geringere Reserven. Wer schon einmal einen Knochen gebrochen hat, oder wessen Elternteil oder Geschwisterteil das hatte, sollte das ebenfalls als Warnsignal ernst nehmen.
Die Knochendichtemessung per DXA-Scan ist der Goldstandard, um den eigenen Status zu kennen. Ein T-Wert von -2,5 oder niedriger weist auf Osteoporose hin. Frauen wird empfohlen, diesen Scan ab 65 Jahren durchführen zu lassen. Liegen bei dir als Frau bereits früher Risikofaktoren vor, oder bist du ein Mann mit einem oder mehreren der genannten Risikofaktoren, ist ein Scan in jüngeren Jahren sinnvoll. Sprich das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Schutzfaktoren gibt es ebenfalls. Ausreichend Kalzium und Vitamin D sowie regelmäßige Bewegung helfen dabei, in jungen Jahren Knochenmasse aufzubauen und den Knochenverlust im Alter zu bremsen. Das sind die praktisch am besten umsetzbaren Ansatzpunkte.
Basierend auf mehreren großen Kohortenstudien und Leitlinien (PMID 2517695, 16448873, 36382763, 32773051, 34688418, 30888662, 7696835). Die Zusammenhänge für Alter, Geschlecht und DXA-Diagnose sind robust; Lebensstilfaktoren sind gut belegt, jedoch kausal weniger eindeutig nachgewiesen.