Bringt Urolithin A aus Granatapfel wirklich etwas für Muskeln und Energie?
UA-Nahrungsergänzungsmittel (1000 mg/Tag) verbessern die Muskelausdauer bei älteren Erwachsenen, steigern die Gesamtenergieproduktion der Muskulatur jedoch nicht nachweislich. Wenn du neugierig bist, ob es dir etwas bringt, gibt es genug Hinweise, um es in Betracht zu ziehen, aber erwarte kein Wundermittel.
Urolithin A (UA) ist eine Verbindung, die deine Darmbakterien aus Polyphenolen in Granatäpfeln, Beeren und Nüssen herstellen. Da nicht jeder die dafür nötigen Bakterien besitzt, variiert die Menge, die du über die Ernährung aufnimmst, stark. Ein Nahrungsergänzungsmittel umgeht dieses Problem.
Am deutlichsten sind die Ergebnisse beim Muskelausdauervermögen. In einer doppelblinden Studie mit 65- bis 90-Jährigen (1000 mg/Tag, 4 Monate) schafften die Teilnehmer signifikant mehr Muskelkontraktionen bis zur Erschöpfung als die Placebogruppe, sowohl in Hand- als auch in Beinmuskeln. Bei Erwachsenen mittleren Alters zeigte eine weitere randomisierte Studie eine Verbesserung der Muskelkraft von rund 12 %, wobei der primäre Zielwert dieser Studie verfehlt wurde.
Beim Energielevel sind die Befunde differenzierter. UA verändert in Muskelzellen messbar etwas: Gene, die beschädigte Kraftwerke der Zelle (Mitochondrien) abbauen, werden aktiver, und bestimmte Blutwerte, die auf einen effizienteren Energiestoffwechsel hindeuten, sinken. Die Muskeln produzieren dadurch aber nicht mehr Energie: Sowohl randomisierte Studien als auch eine Auswertung von fünf Studien fanden keinen Effekt auf die maximale ATP-Produktion in der Muskulatur.
Körpergewicht, Körperzusammensetzung und allgemeine körperliche Funktionsfähigkeit verbesserten sich in derselben Auswertung nicht. Die aerobe Ausdauer verbesserte sich in einer Studie klinisch leicht, der Unterschied war jedoch statistisch nicht bedeutsam.
Zur Sicherheit: In mehreren klinischen Studien mit Dosierungen bis zu 1000 mg/Tag waren Nebenwirkungen mild und traten nicht häufiger auf als unter Placebo. Langzeitdaten fehlen bisher, sodass unklar bleibt, wie sich UA über Jahre hinweg auswirkt.
Basierend auf mehreren randomisierten placebokontrollierten Studien und einer systematischen Übersichtsarbeit über fünf Studien (insgesamt rund 250 Teilnehmer). Studienpopulationen: Erwachsene mittleren und höheren Alters (65 bis 90 Jahre). Langzeitstudien fehlen. Tier- und Laborforschung bei Duchenne-Muskeldystrophie wurde noch nicht in humane Studien übertragen.