Senkt Calcium-AKG dein biologisches Alter?
Belastbare Evidenz dafür, dass Calcium-AKG das biologische Alter beim Menschen senkt, fehlt bislang. Die viel zitierte 8-Jahre-Behauptung stammt aus einer kleinen Studie ohne Placebogruppe, durchgeführt von Forschenden mit finanziellem Interesse am Ergebnis. Warte auf die Resultate der laufenden placebokontrollierten Studie, bevor du daraus Schlüsse ziehst.
Tier- und Zellstudien zeigen, dass AKG (Alphaketoglutarat, der Wirkstoff in Calcium-AKG) Alterungsprozesse beeinflusst. Bei Fadenwürmern verlängert es die Lebensdauer. Bei alten Mäusen verlangsamt es die Alterung von Stammzellen, verbessert die kognitive Leistung und mindert Knochenschwund sowie Hautalterung. In Mausmodellen für Fettlebererkrankungen wirkt es zudem entzündungshemmend. All das sind Ergebnisse aus Tier- und Zellversuchen, keine Befunde am Menschen.
Die Behauptung, Calcium-AKG senke das biologische Alter um durchschnittlich 8 Jahre, stammt aus einer einzigen kleinen Studie mit 42 Personen, die ein kommerzielles Nahrungsergänzungsmittel einnahmen. Die Studie hatte keine Placebogruppe, war rückblickend ausgewertet, und die Hauptautoren hatten finanzielle Verbindungen zum Hersteller. Die 8 Jahre sind keine verlässliche Zahl, auf die du dich stützen solltest.
Derzeit läuft eine Studie mit 120 Teilnehmenden und echter Placebo-Kontrolle. Sie erhalten sechs Monate lang entweder 1 Gramm Calcium-AKG oder ein wirkstofffreies Präparat. Gemessen wird, wie sich das DNA-Methylierungsalter (ein molekularer Marker, der angibt, wie alt die Zellen biologisch sind) verändert. Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Ein Übersichtsartikel kam zu dem Schluss, dass bis 2022 keine veröffentlichten klinischen Studien existieren, die einen Effekt von AKG auf Alterung oder altersbedingte Erkrankungen beim Menschen belegen. Die viel zitierte 8-Jahre-Behauptung ist damit nicht unabhängig bestätigt. Bis robuste Ergebnisse der laufenden Studie vorliegen, gibt es keine solide Grundlage, Calcium-AKG als Mittel gegen das biologische Altern einzustufen.
Evidenz aus Tier- und Zellstudien (PMID 24828042, 40570373, 39266660, 38642501, 31173576), einer kleinen nicht-placebokontrollierten Humanstudie mit kommerziellem Interessenkonflikt (PMID 34847066), einem Übersichtsartikel (PMID 34952764) sowie einem publizierten RCT-Protokoll ohne Ergebnisse (PMID 37119488).